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Wisst ihr, was eine meiner größten Herausforderungen als Schamane und Heiler war?


Wisst ihr, was eine meiner größten Herausforderungen als Schamane und Heiler war?


Ist das, was ich erlebe, real?


Bin ich echt?


Oder bin ich vielleicht geisteskrank?


Ehrlich gesagt ist mir ein bisschen mulmig im Gefühl, dies von mir zu teilen, denn es ist ein sehr verletzlicher Teil meiner selbst.


Als ich am 2. Februar 1996, während einer intensiven Zeremonie, eine authentische Berufung zum Schamanen hatte, war ich eigentlich noch ein komplettes Greenhorn. Obwohl ich schon seit vier Jahren intensiv auf dem spirituellen Weg war und meine Nahtoderfahrung 1993 mich sehr tief in das Große Geheimnis hatte blicken lassen. In der Tat war das ein erstes großes Erwachen, welches mich die Einheit aller Dinge und die definitive Realität dessen erleben ließ, was nicht mit den physischen Sinnen erfahrbar ist.


Das hatte zur Folge, dass ich mich fast nur noch mit dem Thema Spiritualität beschäftigte und so gut wie jeden Tag meditierte.


Dennoch war ich nach wie vor ein komplettes Greenhorn.


Im Schamanismus geht es um andere Wirklichkeitsebenen, Ebenen, die sich teilweise komplett von unserer unterscheiden. Die nichtalltäglichen Wirklichkeiten sozusagen. Ebenso geht es im Schamanismus um die feinstofflichen Wesenheiten, die diese Wirklichkeitsebenen bewohnen, und vor allem um unsere Fähigkeit, mit diesen Wesenheiten zu kommunizieren.


Damit das alles kein Selbstzweck ist, tut der Schamane das, um der Welt zu dienen.


Doch bis ich das verstanden sind eine ganze Reihe Jahre ins Land gezogen.


Zuallererst hat mich nach meiner Berufung der Stolz übermannt. Wow, endlich bin ich wer, etwas Besonderes. Doch keine Angst, das liebe Leben hat definitiv dafür gesorgt, dass ich von meinem hohen Ross steige. Das waren teilweise demütigende und schmerzhafte Erfahrungen.


Dann war mir nicht klar, dass die Berufung erst einmal eine Berufung ist und das nicht bedeutet, dass man am Ende der Lehrzeit angekommen ist.


Doch die ein oder anderen Geistwesen haben schon dafür gesorgt, dass sich diese Lektion tief in mir einbrannte, indem sie mir vermittelten, dass mein Wort noch wenig bis kein Gewicht in der anderen Wirklichkeit hatte (je nach Geistwesen und Wirklichkeits-Dimension).


Das änderte sich im Laufe der Zeit, doch dieses „Gewicht bekommen in der geistigen Welt“ wird einem nicht geschenkt. Zumindest nicht in einer echten Initiation. Man darf Prüfungen bestehen und Charakterstärke entwickeln. Deswegen dauert der Weg so lange.


Meine Lehrzeit von Beginn meines spirituellen Pfades bis zur offiziellen Ernennung als amtierender Schamane am 31. Oktober 2011 hat insgesamt 19 Jahre gedauert.


Doch mit die größten Herausforderungen hatte ich mit dem Zweifel.


Der Mensch ist halt ein Mensch, und so bin auch ich in der medialen Arbeit mir vielfach über meine eigenen Füße gefallen.


So kam es anfänglich und teils unbewusst vor, dass ich das eine oder andere für mich Erstrebenswerte der geistigen Welt in den Mund gelegt habe, damit ich einen Grund oder eine Ausrede hatte, es mir zukommen zu lassen.


Oder andersherum: Man konnte sich wunderbar unangenehmer Dinge entledigen, indem es „nicht so sein sollte“ oder die geistige Welt es so sagte – man also per Dekret von oben sich Unliebsames aus dem Leben entfernte.


Das war in der Regel keine böse Absicht, doch heute weiß ich: Das nennt man SICH SELBST ANLÜGEN. Und das ist eines der ganz großen Hindernisse auf unserem Weg.


Denn in uns gibt es eine Instanz, die über unsere Integrität wacht. Die Folge davon ist, dass ein Teil von uns weiß, dass wir uns selbst nicht wirklich vertrauen können.


Und das ist insbesondere dann dramatisch, wenn es wirklich wichtig wäre.


Zum Beispiel, wenn eine bestimmte authentische Führung einen hohen inneren oder äußeren Preis kostet. Dann beginnen wir zu zweifeln, dann können wir uns selbst nicht trauen. Das hat Zögern zur Folge, und das kann die eine oder andere gute Chance einfach weiterziehen lassen.


Deswegen ist es von Anfang an so wichtig, dieser Versuchung endgültig und dauerhaft zu widerstehen, der geistigen Welt irgendetwas zum eigenen Vorteil in den Mund zu legen.


Doch dann gab es auch noch die feinstofflichen Wesenheiten, die nicht unser Bestes wollten. Alle möglichen niederen Wesenheiten, die sich in die Klarheit der Botschaften einmischen und diese teilweise extrem verzerren.


Hier durfte ich lernen, sehr sauber und reine spirituelle Räume zu halten, und es verwundert mich teilweise, wie viele scheinbare Profis hier Fehler machen, die für mich absolut fahrlässig sind.


Dann hat es mich teilweise geschockt, wie viel Gewicht andere Menschen auf meine Durchgaben der geistigen Welt legten. Dadurch bekam ich Verantwortung auf die Schultern, die sich wie ein fünfzig-Kilo-Sack anfühlte.


Das führte erst einmal dazu, dass ich circa zehn Jahre lang nicht mehr als Medium für andere tätig wurde. Denn mir war zu sehr bewusst, dass es immer die Möglichkeit gibt, falsch zu liegen.


Deswegen ist äußerste Achtsamkeit so wichtig. Diese Achtsamkeit beginnt bei dem von uns gehaltenen spirituellen Raum, geht weiter in unserer Verantwortung gegenüber unserer spirituellen Praxis und in die Achtsamkeit jedes einzelnen Moments während der Arbeit.


Am Anfang meines schamanischen Weges dachte ich, ich kenne mich aus. Da gibt es die obere Welt, die mittlere Welt, die untere Welt, und da gibt es diese und jene Möglichkeiten. Ich habe sämtliche Werke der spirituellen Literatur verschlungen und mich immer weiter fortgebildet.


Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass ich gar nichts weiß. Beziehungsweise, dass das, was ich weiß, verschwindend gering ist.


Ironischerweise wurde ich im etwa gleichen Zeitraum zum Meister-Schamanen ernannt.


Da ich weiß, dass ich nichts weiß, und mir ebenso sehr bewusst ist, dass ich falsch liegen kann, habe ich es für circa zwei Jahre geheim gehalten und es nur ein- oder zweimal ganz vorsichtig Julia gegenüber erwähnt, dass mich meine erleuchteten Freunde von der anderen Seite mit dem Titel des Meister-Schamanen bedacht hatten.


Ja, auch hier gab es Zweifel.


Und eine große Wunde, die in mindestens zwei vergangenen Inkarnationen ihre Ursache hat. Wunden, wo mich das Folgen oder Nicht-Folgen der hohen geistigen Führung alles gekostet hat und wo mich die Entscheidungen der damaligen Zeit bis in die nahe Gegenwart beschränkt hatten. Das nenne ich die Kern-Thematik.


Dann, in der intensiven Ernennungszeremonie für meine Schüler im dritten Jahr des Deep Shamanic Wisdom Trainings im Oktober 2017, bin ich in eine äußerst intensive Vollkörpertrance gefallen. Für lange Zeit haben mehrere erleuchtete Wesenheiten durch mich gesungen, geheilt, Frequenzen übermittelt, auf vielen Ebenen gearbeitet und schlussendlich die Bestimmung meiner Schüler genannt und bestätigt.


Zum Ende der Zeremonie – ich wollte schon aufhören – hielt mich die göttliche Mutter fest in ihrem Besitz. Sie war klar, deutlich und sehr intensiv in meinem Körper. Ich hatte keine Chance, auf das, was passierte, Einfluss zu nehmen. In diesem Augenblick ernannte mich die göttliche Mutter, im Beisein meiner damaligen Schüler und öffentlich und mit sehr klaren Worten, zum Meister-Schamanen. Darüber hinaus befahl sie mir, diesen Titel öffentlich zu tragen. Das war mir zuerst sehr unangenehm.


Du sollst nicht angeben …


Die anderen müssen es selber entdecken …


Ein „echter“ Schamane nennt sich nicht Schamane, und schon zweimal nicht Meister-Schamane.


Das alles waren Dinge, die mir so durch den Kopf gingen und mich teilweise äußerst unwohl dabei fühlen ließen, mit diesem neuen Titel nach außen zu gehen.


Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es von 30–40 Schamanen, die sich so nennen, vielleicht ein oder zwei gibt, die echte Schamanen sind. Das bedeutet nicht, dass die anderen nicht schamanisch tätig sind, und es bedeutet auch nicht, dass sie vielleicht hier und da gute Ergebnisse erzielen. Doch die meisten, die sich so nennen, sind keine von der hohen geistigen Welt anerkannten Schamanen.


Und ja, das spielt eine Rolle.


Wir in der westlichen Welt tendieren dazu, uns Dinge zu nehmen, die uns nicht gehören. So spielen sich Menschen als Heiler, spirituelle Lehrer oder Schamanen auf, die bestenfalls berufen sind, jedoch noch lange nicht ausgelernt. Schlimm wird es bei denen, die einfach nur eine innere Leere füllen oder Geld verdienen wollen und nur ein paar Wochenendkurse mitgemacht haben. Das ist aus meiner Perspektive einfach nur lächerlich, doch so viele Menschen auf der Suche können das nicht unterscheiden.


Ich wollte einfach nicht zu dieser Fake-Liga gehören.


Ich wollte nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, die so viel Leid über mich und die Menschen, die ich liebte, gebracht haben.


Ich wollte mir so sicher sein wie möglich, und ich wollte ehrliche und integre Arbeit machen.


Im Endeffekt bedeutete das, dass ich einen sehr langen Klärungsprozess durchlaufen musste.


Jede Wunde und jeden Schatten, den ich mir anschaute, wurde so zu Gold.


Jede Lüge, die ich abstellte, erhöhte meinen Wert für die hohe geistige Welt.


Alle Schelten, die die hohe geistige Welt an mich austeilte, jede Prüfung, die ich annahm und die mich manchmal weit über die Grenzen des scheinbar Ertragbaren geführt hat, hat mich reifen lassen.


Doch das bedeutete auch, dass ich im Februar 2014 zu einer amtierenden Schamanin, Aama Bombo in Nepal, gegangen bin und ihr davon erzählt habe, dass mich Maha Kali wieder und wieder besetzt. Aama Bombo hat mich als Kali-Medium bestätigt. Von ihr wurde mein Phurba zuerst gesegnet, und sie legte mir das Schamanen-Mala um, welches in Nepal nur echte Schamanen tragen dürfen. Dort konnte man zumindest noch bis vor Kurzem keine Insignien kaufen.


Heute bin ich ein Diener des Lebens und so sehr dankbar, dass ich mich gefunden habe, dass ich meinen Weg gehen darf und dass ich Menschen auf diesem Weg begleiten darf – ehrlich und authentisch.


Ich bin so dankbar, dass meine Schüler das Licht weitergeben in die Welt. Das bedeutet, dass ich mit gutem Gewissen sterben kann, weil mein Erbe weiterhin seinen Weg in die Welt findet.


Heute weiß ich, dass ich großes Glück auf meinem Einweihungsweg hatte. Denn mir haben insbesondere am Anfang zum einen die wahren Ältesten und der unterstützende Rahmen, also die Gemeinschaft, gefehlt. Das hätte mir viele Fehler und Wachstumsschmerzen ersparen können, und das ist das, was meine Schüler heute bekommen.


Auch wenn ich mit 52 Jahren noch relativ jung an Jahren bin, bin ich doch von der hohen geistigen Welt dazu berufen, Menschen genau auf diesem Weg zu begleiten.


Auch davor hatte ich Angst.


Denn das geht mit so vielen weiteren Prüfungen und möglichen Pitfalls einher. Ich sage nur: Sex, Macht und …


Du weißt schon, was ich meine.


Ich hatte und habe Angst zu fallen. Ich habe Angst, mich in Samsara, der Welt der Täuschung, zu verfangen.


Ich habe Angst, die Reinheit meines Dienstes zu verlieren und mich irgendwo in den Armen Babylons wiederzufinden.


Damit das nicht geschieht, dürfen meine Schüler maximal erwachen, maximal in ihre eigene Kraft kommen und maximal ihre feinen Sinne entwickeln, sodass das Leben einen wahren heilsamen Weg für uns alle erschafft und für mich eine mögliche Korrekturlinie bietet.


Solltest Du den Ruf spüren, ist es mir eine Ehre, Dir zu dienen. Melde Dich einfach.


Dein

Stefan Mandel







 
 
 

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